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Rustikale Brotstangen aus Hefeteig

Rustikale Brotstangen aus Hefeteig

Bei diesen Brotstangen kann mein kleiner Perfektionismus in der Küche ausnahmsweise Pause machen. Normalerweise erwische ich mich nämlich schnell dabei, jeden Teigling noch ein bisschen gerader und gleichmäßiger machen zu wollen. Hier kann ich mir das sparen – und das gefällt mir ziemlich gut.

Eine Brotstange ist etwas länger, die nächste schmaler, eine andere bekommt beim Backen ihre ganz eigene Form. Und statt mich darüber zu ärgern, freue ich mich bei diesen rustikalen Brotsticks sogar darüber. Schließlich sollen sie nicht aussehen wie acht identische Stangen aus dem Supermarkt, sondern nach richtig schönem, selbst gebackenem Brot.

Und dann ist da noch dieser Duft, wenn das Blech frisch aus dem Ofen kommt und die ganze Küche nach Brot riecht. Da fällt es schon ziemlich schwer, die Brotstangen erst einmal in Ruhe abkühlen zu lassen. So ein noch leicht warmes Stück frisch gebackenes Brot hat schließlich schon seinen ganz eigenen Reiz.

Darauf darfst du dich freuen

  • Rustikale Form ganz ohne aufwendiges Rollen
  • Lockerer, weicher Hefeteig
  • Nur wenige einfache Zutaten
  • Lässt sich prima vorbereiten und einfrieren
  • Passt zu Grillgerichten, Salaten, Suppen und Dips

Rustikale Brotstangen aus Hefeteig in einer Holzkiste angerichtet
  • Backen

Rustikale Brotstangen aus Hefeteig

Diese rustikalen Brotstangen haben bei uns kaum eine Chance, richtig auszukühlen – meistens fehlt schon die erste, bevor sie überhaupt im Brotkorb landen. Der weiche Hefeteig wird einfach in lange Streifen geteilt und darf dabei ruhig ein bisschen unperfekt aussehen. So bekommt jede Brotstange ihre ganz eigene Form und sieht aus, als käme sie direkt aus einer kleinen Backstube.
Gesamtzeit 2 Stunden 30 Minuten

Zutaten

Für den Hefeteig

  • 500 g Weizenmehl Type 550
  • 15 g frische Hefe
  • 360 ml Wasser lauwarm
  • 5 g Zucker
  • 10 g Salz
  • 30 ml Olivenöl

Außerdem

  • 1 TL Olivenöl für die Schüssel
  • 2 EL Weizenmehl für die Arbeitsfläche
  • 100 ml Wasser zum Backen

Stück

8

Zubereitung

Hefewasser vorbereiten

  • Zuerst 340 ml lauwarmes Wasser abmessen.
    340 ml Wasser
  • Die frische Hefe in das Wasser bröckeln und den Zucker hinzufügen.
    15 g frische Hefe, 5 g Zucker
  • Alles mit einem Löffel oder kleinen Schneebesen verrühren, bis sich die Hefe weitgehend aufgelöst hat.

Groben Teig mischen

  • Das Weizenmehl in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben.
    500 g Weizenmehl
  • Das vorbereitete Hefewasser vollständig zum Mehl gießen und beides mit dem Knethaken etwa 2 Minuten auf niedriger Stufe vermischen. Die Maschine ausschalten, sobald kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist.

Teig quellen lassen

  • Die Rührschüssel mit einem sauberen Küchentuch oder einem passenden Deckel abdecken und den groben Teig 15 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Salz und Olivenöl einarbeiten

  • Die übrigen 20 ml Wasser in ein kleines Gefäß geben und das Salz hinzufügen. So lange verrühren, bis es sich weitgehend im Wasser gelöst hat.
    20 ml Wasser, 10 g Salz
  • Die Schüssel wieder in die Küchenmaschine einsetzen und das Salzwasser und das Olivenöl zum Teig geben.
    30 ml Olivenöl
  • Den Teig zunächst etwa 3 Minuten auf niedriger Stufe kneten. Anschließend weitere 7–9 Minuten auf mittlerer Stufe kneten.

Erste Gehzeit

  • Eine ausreichend große Schüssel mit etwa 1 TL Olivenöl dünn ausstreichen.
    1 TL Olivenöl
  • Den Teig mithilfe einer Teigkarte aus der Rührschüssel lösen und die mit leicht geölten Händen zu einer lockeren Kugel formen. Diese anschließend in die vorbereitete Schüssel legen.
  • Die Schüssel mit einem Deckel, einem Küchentuch oder Frischhaltefolie abdecken und an einem warmen, zugfreien Ort 60-75 Minuten gehen lassen.

Backblech und Arbeitsfläche vorbereiten

  • Zwei Backbleche mit Backpapier belegen.
  • Die Arbeitsfläche leicht mit Mehl bestäuben.
    1.5 EL Weizenmehl

Teig zu einem Rechteck formen

  • Den aufgegangenen Teig vorsichtig aus der Schüssel auf die bemehlte Arbeitsfläche gleiten lassen.
  • Den Teig nicht erneut durchkneten. Die Oberfläche des Teiges ganz leicht mit Mehl bestäuben.
    0.5 EL Weizenmehl
  • Den Teig mit den Fingerspitzen vorsichtig zu einem Rechteck von ungefähr 30 × 24 cm drücken. Dabei von der Mitte nach außen arbeiten und keinen starken Druck ausüben.
  • Das Teigrechteck sollte ungefähr 2 cm dick bleiben. Es muss nicht vollkommen gleichmäßig oder gerade aussehen.

Brotstangen abteilen

  • Den Teig mit einer Teigkarte oder einem scharfen Messer in 8 lange Streifen schneiden. Jeder Streifen ist ungefähr 3 cm breit und 30 cm lang.

Brotstangen formen

  • Den ersten Teigstreifen vorsichtig mit der Teigkarte von der Arbeitsfläche lösen und mit beiden Händen an den Enden aufnehmen.
  • Durch sein eigenes Gewicht ganz leicht auf etwa 32–35 cm Länge ziehen. (Du kannst die Stangen auch etwas in sich verdrehen). Die Brotstange sofort auf das vorbereitete Backblech legen.
  • Die übrigen Brotstangen ebenso formen und zwischen den einzelnen Stangen etwas Abstand lassen.

Zweite Gehzeit

  • Die Backbleche locker mit einem sauberen Küchentuch abdecken und weitere 20-25 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen.
  • Währenddessen den Backofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Gleichzeitig eine leere hitzebeständige Metallform oder ein altes kleines Backblech auf die unterste Schiene des Backofens stellen und mit aufheizen.

Brotstangen backen

  • Etwa 100 ml Wasser aufkochen oder sehr heiß bereitstellen.
    100 ml Wasser
  • Kurz bevor die Brotsticks in den Ofen kommen, die Oberfläche ganz leicht mit Mehl bestäuben.
  • Das Blech mit den Brotsticks auf die mittlere Schiene in den vollständig vorgeheizten Ofen schieben.
  • Direkt danach vorsichtig die 100 ml heißen Wassers in die aufgeheizte Metallform auf der untersten Schiene gießen und die Backofentür sofort schließen.
  • Die Brotsticks nun 8–10 Minuten bei 220 °C Ober-/Unterhitze mit Dampf backen.
  • Nach diesen 8–10 Minuten die Backofentür kurz für etwa 5–10 Sekunden öffnen, damit der Dampf entweichen kann. Die Backofentür wieder schließen und die Brotsticks weitere 8–12 Minuten Fertigbacken.
  • Nach insgesamt etwa 18 Minuten das erste Mal kontrollieren. Die Brotsticks sollen außen goldbraun bis leicht kräftig gebräunt und rustikal aussehen. Sind sie noch zu hell, weitere 2-4 Minuten backen. Mit dem zweiten Backblech im Anschluss identisch verfahren.

Auskühlen lassen

  • Die fertigen Brotstangen direkt vom heißen Blech nehmen und auf einem Kuchengitter 10-15 Minuten abkühlen lassen.

Nährwertangaben

Kalorien: 267kcal | Kohlenhydrate: 49g | Eiweiß: 7g | Fett: 5g | Gesättigte Fettsäuren: 1g | Mehrfach ungesättigte Fettsäuren: 1g | Einfach ungesättigte Fettsäuren: 3g | Natrium: 489mg | Kalium: 79mg | Ballaststoffe: 2g | Zucker: 1g | Vitamin C: 0.001mg | Kalzium: 12mg | Eisen: 3mg

Der Hefeteig für meine Brotstangen

Für meine Brotstangen aus Hefeteig verwende ich Weizenmehl Type 550. Es kann mehr Wasser aufnehmen als das klassische Haushaltsmehl Type 405 und eignet sich sehr gut für Hefe- und Brotteige. Der Teig lässt sich damit schön elastisch auskneten und bringt gute Voraussetzungen für die lockere Struktur mit, die wir später haben möchten.

Mehr zu den verschiedenen Mehlsorten, den Typenzahlen 405, 550 oder 1050 und ihrer Verwendung habe ich dir in meinem großen Mehl-Guide zusammengestellt.

Auf 500 g Mehl kommen bei diesem Rezept insgesamt 360 ml Wasser. Das ist bewusst recht großzügig bemessen und du wirst schon beim Kneten merken, dass der Hefeteig für die Brotstangen deutlich weicher ist als beispielsweise ein klassischer Brötchenteig. Er darf auch nach dem Kneten noch leicht klebrig sein – versuche also nicht, ihn durch zusätzliches Mehl fester zu bekommen.

Bevor Salz und Olivenöl dazukommen, darf der zunächst nur grob vermischte Teig 15 Minuten ruhen. In dieser Zeit nimmt das Mehl bereits Wasser auf. Der Teig, der direkt nach dem ersten Vermischen noch ziemlich grob und ungleichmäßig aussieht, fühlt sich anschließend geschmeidiger an und lässt sich besser weiterkneten.

Die letzten 20 ml Wasser halte ich zunächst zurück und löse darin das Salz auf. Beides kommt erst nach der Ruhezeit zusammen mit dem Olivenöl zum Teig. Keine Sorge, wenn der Teig dadurch für einen Moment wieder etwas schmierig aussieht – beim weiteren Kneten verbindet sich alles miteinander. Das Olivenöl macht den Teig geschmeidiger und sorgt dafür, dass die fertigen Brotstangen auch innen angenehm weich bleiben.

Meine Profi-Tipps

Gib nicht noch eine Handvoll Mehl dazu, nur weil der Teig an den Fingern klebt. Er soll weich und leicht klebrig bleiben. Knetest du zusätzliches Mehl ein, veränderst du das Verhältnis von Mehl und Wasser und die Brotstangen können später deutlich kompakter und trockener werden. Zum Arbeiten mit dem Teig reichen eine leicht bemehlte Arbeitsfläche und eine Teigkarte völlig aus.

Rustikale Brotstangen mit einer frisch gebackenen Brotstange auf einem Holzbrett

So bekommen die Brotstangen ihre rustikale Form

Gib nicht noch eine Handvoll Mehl dazu, nur weil der Teig an den Fingern klebt. Er soll weich und leicht klebrig bleiben. Knetest du zusätzliches Mehl ein, veränderst du das Verhältnis von Mehl und Wasser und die Brotstangen können später deutlich kompakter und trockener werden. Zum Arbeiten mit dem Teig reichen eine leicht bemehlte Arbeitsfläche und eine Teigkarte völlig aus.

Den aufgegangenen Teig möglichst in Ruhe lassen

Lass den Teig nach der ersten Gehzeit vorsichtig aus der Schüssel auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche gleiten. Durchkneten solltest du ihn jetzt nicht mehr. Auch auf die Oberfläche kommt nur wenig Mehl – gerade so viel, dass der weiche Teig nicht überall festklebt.

Drücke ihn anschließend mit den Fingerspitzen vorsichtig zu einem Rechteck von ungefähr 30 × 24 cm. Arbeite dabei von der Mitte nach außen und versuche, nicht unnötig viel Druck auf den Teig auszuüben. Ein Nudelholz bleibt hier deshalb besser in der Schublade: Damit würdest du einen großen Teil der Luft, die während der Gehzeit entstanden ist, wieder aus dem Teig drücken.

Das Rechteck muss übrigens weder schnurgerade noch an jeder Stelle millimetergenau gleich dick sein. Etwa 2 cm Teigdicke sind eine gute Orientierung.

Schneiden statt rollen

Jetzt kommt die Teigkarte zum Einsatz. Teile das Rechteck über die kürzere Seite in acht lange Streifen von jeweils ungefähr 3 cm Breite. Setze die Teigkarte oder ein scharfes Messer dabei möglichst gerade von oben an und drücke den Teig sauber durch. Mit einem stumpfen Messer hin und her zu sägen, würde die weichen Schnittkanten unnötig zusammendrücken.

Löse jeden Streifen vorsichtig mit der Teigkarte von der Arbeitsfläche und nimm ihn mit beiden Händen an den Enden auf. Das Eigengewicht des Teiges reicht meist schon aus, um ihn ein wenig auf ungefähr 32–35 cm zu verlängern. Starkes Ziehen oder Zerren ist gar nicht nötig.

Danach wandert die Brotstange direkt aufs vorbereitete Backblech. Und falls eine etwas schmaler, krummer oder leicht verdreht wird: Lass sie so. Die Stangen werden nicht nachträglich korrigiert oder glatt gerollt. Eine darf ruhig anders aussehen als die nächste – schließlich backen wir rustikale Brotstangen und keine acht Kopien voneinander.

Brotstangen mit Dampf backen – was dabei im Ofen passiert

Beim Backen bekommen meine Brotstangen für die ersten Minuten ordentlich Dampf mit auf den Weg. Was zunächst nach einem zusätzlichen Arbeitsschritt klingt, hat beim Brotbacken einen guten Grund: Der Wasserdampf beeinflusst, wie sich der Teig während der ersten Minuten im heißen Ofen entwickelt.

Dafür stelle ich bereits beim Vorheizen eine leere, hitzebeständige Metallform auf die unterste Schiene des Backofens. Das Blech mit den Brotstangen kommt später auf die mittlere Schiene. Sobald es im Ofen ist, gieße ich etwa 100 ml sehr heißes Wasser vorsichtig in die aufgeheizte Metallform und schließe sofort die Backofentür. Jetzt entsteht der Dampf, den wir für die erste Backphase brauchen.

In diesen ersten 8–10 Minuten bleibt die Oberfläche des Teiges durch den Dampf länger elastisch. Die Brotstangen können sich dadurch im Ofen noch ausdehnen, bevor sich außen eine feste Kruste bildet. Beim Brotbacken wird diese Technik übrigens Schwaden genannt. Mehr über die Hintergründe findest du in der ausführlichen Erklärung zum Schwaden beim Brotbacken bei Crumbs & Crust.

Danach wollen wir den Dampf allerdings wieder loswerden. Öffne die Backofentür für etwa 5–10 Sekunden, damit die feuchte Luft entweichen kann, und schließe sie anschließend wieder. Die Brotstangen backen nun weitere 8–12 Minuten ohne zusätzlichen Dampf. In dieser zweiten Phase kann die Oberfläche trockener werden und sich die kräftig gebackene Kruste entwickeln.

Meine Profi-Tipps

Verwende für das Wasser eine hitzebeständige Metallform und keine Glasschale. Beim Eingießen in die heiße Form entsteht schlagartig sehr heißer Wasserdampf. Halte deshalb Gesicht und Hände vom Ofenraum fern, gieße das Wasser vorsichtig ein und schließe die Tür direkt wieder. Auch wenn du sie nach 8–10 Minuten zum Ablassen des Dampfes öffnest, solltest du etwas Abstand halten. Wenige Sekunden reichen völlig aus – danach wird bei geschlossener Tür trocken weitergebacken.

Wann sind die Brotstangen fertig?

Bei Brotstangen verlasse ich mich nicht nur auf die Backzeit. Jeder Backofen arbeitet ein bisschen anders und auch die Dicke der einzelnen Stangen kann leicht variieren. Deshalb schaue ich nach etwa 18 Minuten zum ersten Mal genauer hin.

Die Oberfläche sollte inzwischen goldbraun bis etwas kräftiger gebräunt sein. Gerade an den unregelmäßigen Kanten und Erhebungen dürfen die Brotstangen ruhig etwas dunkler werden – das gehört bei dieser rustikalen Variante dazu. Hebe eine Stange vorsichtig an und wirf auch einen Blick auf die Unterseite. Ist sie noch sehr blass, dürfen die Brotstangen weitere 2–4 Minuten im Ofen bleiben.

Nach dem Backen nehme ich sie direkt vom heißen Blech und lege sie auf ein Kuchengitter. Dort kann die Luft auch von unten zirkulieren. Bleiben die Brotstangen auf dem Blech liegen, sammelt sich darunter Feuchtigkeit und die gerade schön gebackene Unterseite wird wieder weich.

Und auch wenn es bei dem Duft schwerfällt: Gib ihnen noch 10–15 Minuten, bevor du die erste Brotstange aufbrichst. Die Krume ist direkt aus dem Ofen noch sehr empfindlich und braucht ein wenig Zeit, um sich zu setzen. Danach kannst du auch wunderbar sehen, was sich im Inneren getan hat: eine lockere, unregelmäßige Krume mit unterschiedlich großen Poren.

Brotstangen vorbereiten, aufbewahren und einfrieren

Wenn Gäste kommen oder ein Grillabend geplant ist, möchte ich nicht unbedingt zwei Stunden vorher noch mit Hefeteig beschäftigt sein. Zum Glück lassen sich die Brotstangen gut vorbereiten – und auch am nächsten Tag musst du dich nicht mit weichem Brot zufriedengeben.

Am unkompliziertesten ist es, die Brotstangen bereits komplett fertig zu backen. Nach dem Auskühlen kannst du sie bis zum nächsten Tag aufbewahren und kurz vor dem Essen noch einmal aufbacken. Den fertig geformten Hefeteig würde ich dagegen nicht stundenlang bei Zimmertemperatur stehen lassen, weil er weiter aufgeht und irgendwann überreif werden kann. Möchtest du schon am Vortag mit dem Teig starten, ist eine langsame Gare im Kühlschrank die bessere Variante – darauf gehe ich weiter unten bei den häufigen Fragen noch genauer ein.

Zum Aufbewahren der Brotstangen lasse ich sie zunächst vollständig auskühlen. Danach kommen sie für kurze Zeit in einen gut schließenden Brotbehälter oder Beutel. Im Kühlschrank würde ich sie nicht lagern, denn dort wird Brot schneller altbacken. Am besten schmecken die Brotstangen natürlich frisch, für den nächsten Tag funktioniert diese Variante aber gut.

Vor dem Servieren kannst du die Brotstangen bei etwa 180 °C Ober-/Unterhitze für 5–8 Minuten in den vorgeheizten Backofen geben. Dadurch wird die Oberfläche wieder etwas kräftiger und die Brotstangen schmecken deutlich mehr nach frisch gebacken als direkt aus dem Beutel. Für einzelne Stangen funktioniert auch die Heißluftfritteuse bei etwa 160 °C für 3–5 Minuten gut. Schau hier lieber etwas früher nach, denn durch ihre schmale Form können sie schnell zu dunkel werden.

Möchtest du die Brotstangen einfrieren, lass sie ebenfalls vollständig auskühlen und verpacke sie anschließend möglichst luftdicht. Ich friere Brot lieber früh ein, solange es noch richtig frisch ist, statt erst dann, wenn es schon ein oder zwei Tage gelegen hat. So hast du jederzeit ein paar selbst gebackene Brotstangen griffbereit.

Zum Aufbacken der gefrorenen Brotstangen musst du sie nicht unbedingt erst vollständig auftauen lassen. Gib sie direkt aus dem Gefrierfach bei etwa 180 °C Ober-/Unterhitze für 8–12 Minuten in den vorgeheizten Backofen. Je nach Dicke kann es ein paar Minuten länger dauern. So werden sie außen wieder schön kross, während das Innere warm und weich wird.

Von Kräutern bis Käse – so kannst du die Brotstangen abwandeln

Wenn du die Brotstangen öfter backst, musst du sie nicht jedes Mal pur auf den Tisch stellen. Der Hefeteig lässt sich in verschiedene Richtungen abwandeln – mal würziger, mal mediterran oder mit einer kräftigen Käsenote. So kannst du aus dem Grundrezept auch ganz einfach deine eigenen Breadsticks machen.

Mit Kräutern kannst du schon den Hefeteig aromatisieren. Getrockneter Rosmarin, Thymian, Oregano oder italienische Kräuter kommen zusammen mit Salz und Olivenöl nach der Quellzeit dazu und verteilen sich beim anschließenden Kneten im gesamten Teig. Frische Kräuter funktionieren ebenfalls: Wasche sie zuerst, tupfe sie anschließend gut trocken und hacke sie möglichst fein. So gelangt nicht unnötig zusätzliche Feuchtigkeit in den ohnehin weichen Hefeteig und das Kräuteraroma verteilt sich später in der ganzen Brotstange statt nur auf der Oberfläche.

Mit Knoblauch werden daraus würzige Knoblauch-Brotstangen. Frischen Knoblauch würde ich bei 220 °C nicht von Anfang an auf die Oberfläche geben, da die kleinen Stückchen schnell dunkel und bitter werden können. Verrühre ihn lieber mit etwas Olivenöl oder geschmolzener Butter und bestreiche die heißen Brotstangen direkt nach dem Backen ganz dünn damit. So bleibt das Knoblaucharoma schön kräftig.

Mit Käse funktioniert es ähnlich. Fein geriebener Parmesan, Pecorino oder ein anderer würziger Hartkäse kann in den letzten Minuten der Backzeit über die Brotstangen gestreut werden. So bekommt der Käse noch Farbe, ohne während der gesamten Backzeit der hohen Temperatur ausgesetzt zu sein.

Mit Saaten kannst du ebenfalls wunderbar variieren. Sesam, Schwarzkümmel oder Mohn passen sowohl geschmacklich als auch zur rustikalen Optik. Damit die Saaten besser haften, kannst du die Oberfläche vor dem Backen ganz leicht mit Wasser befeuchten und anschließend sparsam bestreuen.

Mit grobem Meersalz mag ich die Brotstangen besonders gerne, wenn sie später zu einem Dip oder beim Grillen auf den Tisch kommen. Streue nur wenig davon vor dem Backen auf die Oberfläche – ein paar Salzkristalle reichen völlig aus.

Mediterran wird es mit klein gehackten Oliven und Kräutern. Die Oliven solltest du gut abtropfen lassen und trocken tupfen, bevor du sie beim letzten Kneten vorsichtig in den Teig einarbeitest. Nimm lieber nicht zu viele, denn zusätzliche Feuchtigkeit können wir bei diesem ohnehin sehr weichen Hefeteig nicht gebrauchen.

Aufgebrochene Brotstange aus Hefeteig mit lockerer Krume

Dazu schmecken die rustikalen Brotstangen besonders gut

Bei mir brauchen diese Brotstangen eigentlich keinen besonderen Anlass. Trotzdem gibt es ein paar Gelegenheiten, bei denen ich sie besonders gerne auf den Tisch stelle. Beim Grillen zum Beispiel: Statt gekauftem Baguette kommt einfach ein Korb mit den frisch gebackenen Stangen dazu. Dazu noch ein paar Kleinigkeiten vom Grill und schon kann sich jeder nehmen, worauf er gerade Lust hat. Noch mehr Ideen dafür findest du bei meinen Grillrezepten.

Auch zu einer großen Schüssel Salat mag ich die Brotstangen richtig gerne. Gerade wenn der Salat das eigentliche Hauptgericht ist, kommt mit etwas frisch gebackenem Brot noch etwas zum Abbrechen, Dippen und Auftunken dazu. In meiner Kategorie Salate findest du jede Menge Rezepte, mit denen du sie kombinieren kannst.

Und sobald draußen wieder Jackenwetter angesagt ist, wandern die Brotstangen bei mir genauso gerne neben eine heiße Suppe oder einen Eintopf. Besonders bei cremigen Suppen bleibt bei mir damit garantiert nichts im Teller zurück. Meine Suppen und Eintöpfe sind deshalb ebenfalls eine gute Adresse, wenn du nach einer passenden Kombination suchst.

Für einen Abend mit mehreren Kleinigkeiten auf dem Tisch würde ich unbedingt noch ein oder zwei Dips dazustellen. Meine Sour Cream passt wunderbar dazu und aus den Brotstangen wird ganz schnell etwas, das man immer wieder abbrechen und in die Schüssel tunken kann. Auch auf einem Buffet oder zwischen anderem Fingerfood machen sie sich richtig gut – vor allem, weil niemand dafür Teller und Besteck braucht.

FAQ – Häufige Fragen zu Brotstangen

Für Brotstangen eignet sich Weizenmehl Type 550 besonders gut, da es mehr Wasser aufnehmen kann als Type 405 und gute Eigenschaften für Hefe- und Brotteige mitbringt. Deshalb verwende ich es auch für dieses Rezept. Type 405 würde ich hier nicht einfach 1:1 austauschen, da sich der Teig damit anders verhalten kann.

Ja, du kannst die 15 g frische Hefe durch etwa 5 g Trockenhefe ersetzen. Gib die Trockenhefe zum Mehl und bereite den Teig anschließend wie im Rezept beschrieben zu. Die Gehzeit richtet sich auch hier danach, wie schnell sich der Teig entwickelt – orientiere dich deshalb lieber am Volumen als ausschließlich an der Uhr.

Der Hefeteig für diese Brotstangen ist bewusst weich und leicht klebrig, da auf 500 g Mehl insgesamt 360 ml Wasser kommen. Gib deshalb nicht einfach zusätzliches Mehl dazu, bis er sich trocken anfühlt. Dadurch verschiebst du das Verhältnis von Mehl und Wasser und die fertigen Brotstangen können kompakter und trockener werden.

Hefeteig geht häufig nicht richtig auf, wenn die Hefe nicht mehr ausreichend aktiv ist, die Flüssigkeit zu heiß war oder der Teig zu kühl steht. Gerade bei niedriger Raumtemperatur kann die Gehzeit deutlich länger dauern. Orientiere dich deshalb nicht ausschließlich an den angegebenen Minuten, sondern daran, ob der Teig sichtbar größer und luftiger geworden ist.

Nein, du kannst die Brotstangen grundsätzlich auch ohne zusätzlichen Dampf backen. Mit Dampf bleibt die Oberfläche zu Beginn der Backzeit jedoch länger elastisch und die Stangen können sich im Ofen besser ausdehnen, bevor sich die Kruste festigt. Ohne Dampf kann das Backergebnis deshalb etwas anders ausfallen. Wenn es möglich ist, würde ich bei diesem Rezept die Dampfphase beibehalten.

Ja, du kannst den Hefeteig für die Brotstangen auch von Hand kneten. Nach der 15-minütigen Quellzeit arbeitest du Salzwasser und Olivenöl zunächst gründlich ein und knetest den Teig anschließend etwa 10–15 Minuten weiter. Das ist bei dem weichen Teig etwas klebrig und braucht Geduld. Fertig ist er, wenn er glatt und elastisch geworden ist und sich ein kleines Teigstück vorsichtig dünn auseinanderziehen lässt, ohne sofort zu reißen.

Grundsätzlich ist eine Übernachtgare bei Hefeteig möglich, dafür müssen allerdings Hefemenge und Teigführung entsprechend angepasst werden. Da ich diese Brotstangen bisher nur mit der im Rezept angegebenen Gehzeit gebacken habe, möchte ich dir an dieser Stelle keine ungetestete Mengenangabe empfehlen. Wenn du das Rezept genauso nachbacken möchtest, wie ich es erprobt habe, bleibst du am besten bei der beschriebenen Zubereitung mit 15 g frischer Hefe.

Ja, du kannst die Brotstangen bereits vollständig backen, auskühlen lassen und später kurz aufbacken. Das ist besonders praktisch, wenn du sie für Gäste oder einen Grillabend vorbereiten möchtest. Willst du bereits am Vorabend mit dem Teig beginnen, müsste für eine längere Kühlschrankgare die Hefemenge angepasst werden.

Ja, fertig gebackene Brotstangen lassen sich sehr gut einfrieren. Lass sie vollständig auskühlen und verpacke sie anschließend möglichst luftdicht. Am besten frierst du sie ein, solange sie noch frisch sind, und nicht erst nach mehreren Tagen. Zum Servieren kannst du sie direkt aus dem Gefrierfach wieder aufbacken.

Brotstangen werden beim kurzen Aufbacken im Backofen oder in der Heißluftfritteuse wieder knuspriger. Gib sie für etwa 5–8 Minuten bei 180 °C Ober-/Unterhitze in den vorgeheizten Backofen. Einzelne Brotstangen kannst du auch etwa 3–5 Minuten bei 160 °C in der Heißluftfritteuse aufbacken. Kontrolliere sie dort etwas früher, damit die schmalen Stangen nicht zu dunkel werden.

Ja, du kannst den Teig auch in kleinere oder kürzere Brotsticks teilen. Kleinere und vor allem dünnere Teigstücke sind allerdings schneller durchgebacken als die langen Brotstangen aus meinem Rezept. Kontrolliere sie deshalb deutlich früher und orientiere dich an der Bräunung, statt die angegebene Backzeit einfach zu übernehmen.

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Frisches Brot und Gebäck selbst zu backen, hat schon etwas ziemlich Gemütliches. Und falls du nach den Brotstangen direkt Lust auf das nächste Backprojekt bekommen hast, habe ich hier noch ein paar herzhafte Ideen für dich:

Knoblauchbrot – wunderbar aromatisch und perfekt zum Teilen, Dippen oder als Beilage.

Laugenknoten – herrlich herzhaft und mit ihrer typischen Laugenkruste auch optisch ein echter Hingucker.

Pita – weiche Fladen, die du füllen oder einfach zu einem Dip servieren kannst.

Dinkel-Sesam-Brötchen – herzhafte Brötchen mit Dinkel und Sesam für Frühstück, Abendbrot oder den gefüllten Brotkorb.

Wie hat dir das Rezept gefallen?

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